Stellungnahme des ÖAMTC zum geplanten Projekt „Verteilerkreis Favoriten“

1. Laut den vorliegenden Plänen sollen sich sowohl die Garagenein- als auch -ausfahrt (gleichzeitig auch Ein- und Ausfahrt in die bzw. aus der P&R-Anlage) im Verteilerkreis selbst befinden. Unklar ist dabei, inwieweit der vor der Einfahrt eigens baulich vorgesehene Fahrstreifen der Länge nach ausreichend dimensioniert ist, um eine Behinderung durch einen Rückstau an Fahrzeugen bei der Einfahrt insbesondere zu den Verkehrsspitzen in der Früh und am Abend zu vermeiden. Leider ist die Stadt auf unsere Anfrage, mit welchem Verkehrsaufkommen im Verteilerkreis durch das Projekt zu rechnen ist, nicht eingegangen. Stattdessen wurde lapidar auf eine entsprechende Berücksichtigung beim städtebaulichen Wettbewerb hingewiesen. Besonders in den Morgen- und Abendstunden ist zu befürchten, dass es zu zusätzlichen Verkehrsbehinderungen kommen wird. Durch die Beschrankung und die damit verbundene Ticketentnahme ist mit längeren Stehzeiten und Rückstau zu rechnen. Dies würde sich deswegen auf den Verkehrsfluss auswirken, da üblicherweise der linke Fahrstreifen zur Überwindung größerer Distanzen gewählt wird, während durch die Wahl des äußerst rechten Fahrsteifens ein baldiges Verlassen des Verteilerkreises ermöglicht werden soll. Eben der Verkehr am linken Fahrstreifen wäre durch die Ein- und Ausfahrt in die/aus der Garage sowie P&R-Anlage besonders betroffen.

2. Hinsichtlich der P&R Anlage bestehen Zweifel über die Eignung der Örtlichkeit. Unklar ist nämlich, aus welcher Richtung die Fahrzeuge primär die Anlage ansteuern werden. Für Lenker aus dem Süden erscheinen P&R-Anlagen im Bereich der zukünftigen U1-Stationen
besser geeignet. Zu bedenken bei dieser Variante wäre aber bei einer entsprechenden Größe auch die damit einhergehende Belastung des niederrangigen Straßennetzes, was bei der Verteilerkreis-Lösung nicht der Fall wäre.

3. Für andere als aus dem Süden bzw. Osten einpendelnde Lenker erscheint ein Ausbau der P&R-Anlagen Siebenhirten und Erdberg sinnvoller. Damit könnten eine zusätzliche Verkehrsbelastung des Verteilerkreises Favoriten aber auch der A23 Tangente verhindert und zudem Pendler näher am Stadtrand abgefangen werden.

4. Wenn die P&R-Anlage innerhalb des Verteilerkreises liegen soll, wäre eine Erschließung mittels direkter Zu- und Abfahrten von der A23 sinnvoller, da dadurch die befürchtete
Überlastung des Verteilerkreises ausbleiben würde, ohne dass es zu einer zusätzlichen Belastung des niederrangigen Straßennetzes käme. Diese Variante erscheint aber praktisch aufgrund der Verbauung und der Platzverhältnisse nicht realisierbar.

5. Das Projekt sieht eine Führung von Fußgängern und Radfahrer in und aus dem Verteilerkreis auch mittels Stegen über der Fahrbahn vor, die zu einem großen Teil als schiefe Ebenen ausgeführt sind. Derzeit ist – auch nach Nachfrage bei der Stadt – unbekannt ob bzw. inwiefern es zu einer Trennung von Fußgängern und Radfahrern kommen wird. Durch die Schräge sind hier Konflikte zwischen beiden Verkehrsteilnehmern zu befürchten, wie etwa am Beispiel der Fußgängerzone Mariahilfer Straße bzw. dem Skywalk Spittelau ersichtlich wurde. Vorgeschlagen werden daher die Einfügung von Plateaus, auch um etwa Rollstuhlfahrern sowie Personen mit Kinderwägen die Nutzung zu erleichtern, sowie taktile bzw. optische Trenneinrichtungen.

6. Zwischen dem U-Bahnzu- bzw. -abgang und der Straßenbahn-/Bushaltestelle ist keine Überdachung vorgesehen. Die Stadt begründet das damit, dass das Siegerprojekt des städtebaulichen Wettbewerbes keine Überdachung vorsehen würde. „Städtebauliche Rahmenbedingung war den Platzbereich diesbezüglich frei zu halten“, so die MA 28. Die Argumentation ist nicht nachvollziehbar und bedeutet besonders bei Regen und großer Hitze einen Komfortverlust für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel.

Artikel in der Tageszeitung „Heute“

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Leider ist der Artikel fehlerhaft ist. Nicht, dass 900 Wohnungen errichtet werden sollen (die konkrete Zahl der Wohnungen ist noch offen),
sondern die Parkgarage mit den 1000 Stellplätzen und der daraus resultierende zusätzliche Verkehr war der Anstoß für die Unterzeichner,
aktiv zu werden.
20141029 Heute

Der erste Schritt ist geschafft – 1.500 Unterschriften eingereicht!

Nein zum ASFINAG-Projekt am Verteilerkreis – 1500 Unterschriften gesammelt!

Am 28. Oktober 2014 hat die Bürgerinitiative gegen die Verbauung des Alten Landgutes (Verteilerkreis) in Favoriten ihre Petition mit Unterstützung von knapp 1500 Unterschriften
und entsprechender Begründung gegen das Projekt in der zuständigen Magistratsabteilung eingebracht.
Die Unterstützer verlangen, dass der Petitionsausschuss die zuständigen Organe der Stadt Wien auffordert, das Projekt Verbauung des Verteilerkreises in dieser Form abzulehnen.
Ein Verkehrs-„Verteilerkreis“ kann schon aus funktionalen Gründen kein „lebendiger Stadtteil“ werden, wie es die ASFINAG formuliert. Es fehlt hier auch keine „urbane Mitte“.

Dieses Vorhaben
• führt als zusätzlicher Verkehrserreger zu einer Steigerung des Verkehrschaos nicht nur im Bereich Verteilerkreis und A23 sondern auch im gesamten Raum südliches Favoriten
• verschlechtert massiv die Wohn- und Lebensqualität der betroffenen Bewohner und Kleingartenbesitzer
• bedroht die Sicherheit im Not- und Katastrophenfall durch Behinderung der Einsatzkräfte.

Wilhelm Deistler, Sprecher der Bürgerinitiative fordert: “Keine Baumaßnahmen ohne Verkehrs- und Sicherheitskonzept, sowie eines Umweltverträglichkeitsgutachtens. An diesem
verkehrskritischen Knoten so einen Verkehrserreger zu planen, ist städteplanerischer Wahnsinn.”
Weiters wird erwartet, dass der Petitionsausschuss den zuständigen Politikern in Wien empfiehlt, dass die Bürger bei derart massivem Eingriff in die Umwelt- und Lebensqualität
der betroffenen Bevölkerung rechtzeitig in die Planungen einbezogen werden.