Brief an die Bezirksvorstehung

Sehr geehrter Hr. BVStv. Kaindl !
Nachdem die U-Bahnbaustelle am Verteilerkreis nun seit geraumer Zeit geräumt ist und keinerlei Anstalten unternommen werden, die dafür geschotterte Fläche abzuheben zu humusieren und zu begrünen, erlaube ich mir höflich nachzufragen, wann das passieren wird.
Im seinerzeit von den Wiener Linien verteilten Folder kann man das Versprechen der Wiener Linien nachlesen, dass alle beeinträchtigten Flächen wieder begrünt werden. Ich meine, es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass eine zeitnahe Renaturierung des Verteilerkreises erfolgt, zumal die Feinstaubbelastung entlang der Tangente ohnehin hoch ist. Normalerweise ist es auch so, dass für Baustelleneinrichtungen genutzte Flächen
nach Abschluss der Arbeiten vom Verwender der Flächen (in unserem Falle also Strabag) wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen sind. Warum das in diesem Fall anders sein sollte, kann ich nicht nachvollziehen.
Sollten die Wiener Linien in der Ausschreibung ausdrücklich auf die Humusierung und Begrünung verzichtet haben, dann steht es wohl den Wiener Linien zu, die paar Euro für eine Begrünung in die Hand zu nehmen.
Ich bitte Sie, sich im Sinne der Anrainer für eine rasche Lösung der Thematik einzusetzen.
Mit freundlichen Grüssen
Alfred Vandrovec

Antwortmail vom Büro Vassilakou

Büro der Geschäftsgruppe

Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz,

Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

1., Rathaus, 1082 Wien

86124/2015

Sehr geehrter Herr Kumanovits!

Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 29. Jänner 2015 an Frau Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.a Vassilakou. Nach Rücksprache mit der zuständigen Fachabteilung kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Die schrittweise Reduktion der Belastungen durch Feinstaub und andere Luftschadstoffe ist entscheidend zur Sicherung der hohen Lebensqualität in Wien. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es unter anderem, den motorisierten Individualverkehr zugunsten umweltverträglicher Mobilitätsarten zu reduzieren. Das ist angesichts des Wachstums, das Wien und sein Umland derzeit verzeichnen, zweifellos eine Herausforderung. Wie dieser Herausforderung begegnet werden kann, zeigt das im Dezember 2014 vom Gemeinderat beschlossene Fachkonzept Mobilität auf. Die darin beschriebenen Maßnahmen lassen sich durchwegs auch auf die geplanten Entwicklungen auf dem bzw. rund um den Verteilerkreis herunterbrechen.

 

Eine der Kernaussagen des Fachkonzepts Mobilität ist, dass nachhaltige Mobilität nur in einer kompakt bebauten Stadt umgesetzt werden kann. Eine kleinteilige Verteilung von Zentren soll dazu beitragen, dass wesentliche alltägliche Ziele, wie die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Kultur- und Freizeitangebote im Wohnumfeld zu finden und fußläufig oder mit dem Fahrrad bequem zu erreichen sind. Die geplante Verbauung am Verteilerkreis kann so ein Zentrum werden: Auf dem Platz, der rund um die U-Bahnstation entstehen soll, sind Nahversorgungs- und Gastronomieangebote angedacht; zwei geplante Stege sollen die Erreichbarkeit der angrenzenden Areale verbessern; und natürlich wird der Verteilerkreis ins Hauptradwegenetz eingebunden.

Eine weitere Bedingung für eine nachhaltige Mobilitätspolitik ist, dass hochwertige Standorte auch entsprechend genutzt und bebaut werden. Der Verteilerkreis erhält mit der Anbindung an die U1 einen hochrangigen öffentlichen Verkehrsanschluss. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint eine Bebauung mit einer gewissen Dichte zweckmäßig. Die angedachten Büroarbeitsplätze und das Angebot an temporären Wohnformen werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus weiten Teilen Wiens rasch und bequem erreichbar sein.

Ein weiteres Thema, mit dem sich das Fachkonzept Mobilität auseinandersetzt, ist das Mobilitätsverhalten der Pendlerinnen und Pendler. Gerade der Verteilerkreis mit der darunter liegenden Südosttangente aber auch die Laaer-Berg-Straße sind wichtige Stadteinfahrten aus dem südlichen Umland. Mit der geplanten Park-&-Ride-Anlage soll für die Pendlerinnen und Pendler ein neues und attraktives Stellplatzangebot geschaffen werden, das dazu beitragen kann den Parkplatzsuchverkehr und die damit verbundenen Emissionen im dicht bebauten Teil des 10. Bezirks zu reduzieren. Mittel- bis langfristig besteht das Ziel, an wichtigen Knoten des öffentlichen Verkehrs im Wiener Umland das Park-&-Ride Angebot zu verbessern, um den Anteil des öffentlichen Verkehrs am PendlerInnenverkehr weiter zu erhöhen.

Falls Sie sich detaillierter mit dem Fachkonzept Mobilität befassen möchten, finden Sie weitere Informationen dazu auf der Homepage der Stadt Wien unter folgendem Link: http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/strategien/step/step2025/fachkonzepte/mobilitaet/, wo die gesamte Publikation auch als Gratis-Download zur Verfügung steht.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Smolik

Büroleiterin

 

Büro Vizebürgermeisterin und amtsführende

Stadträtin Mag.a Vassilakou

Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz,

Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

Tel: 4000-81674

Fax: 4000-99-81670

mailto: post@gsk.wien.gv.at

Antworten zu unserem Mail an „die Politik“ – Stefan Berger , Klubobmann FPÖ Favoriten

Hier finden Sie zur Erinnerung den Link zum Mail:

Und hier die Antwort von KO Berger:

Sehr geehrter Herr Kumanovits!
Vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Vergangenheit haben wir zur Reduzierung der Feinstaubbelastung folgende Forderungen gestellt:

* Keine weiteren Parkplatzvernichtungen: die von Rot-Grün angekündigte Reduzierung von 50% der Parkplätze in Wien würde nicht nur zusätzliche Staus verursachen sondern auch durch laufendes im Kreis fahren bei der Parkplatzsuche für zusätzliche Freinstaubbelastung sorgen
* Rascher Ausbau des Park & Ride Abgebots am Stadtrand, damit tausende Pendler nicht täglich durch unseren Bezirk mit dem Auto fahren müssen sondern vom Stadtrand mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz kommen.
* Flüssig machen des Verkehrs durch bessere Koordinierung von Baustellen und somit der Vermeidung von Staus. Dies wurde von der Stadtregierung durch Bestellung eines Baustellenkoordinators zwar aufgegriffen, die Umsetzung werden wir uns jedoch noch heuer genau anschauen.
* Weiters darf ich in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass wir die einzige Fraktion sind und waren, die die Bebauung des Verteilerkreises ablehnt, sowohl auf Bezirks- als auch auf Gemeindeebene. Manch andere Fraktion hat versucht sich im Bezirk zu profilieren, hat jedoch im Rathaus schlussendlich mit Rot und Grün für deren Pläne gestimmt. Eine Begrünung bzw Bepflanzung beim Verteilerkreis scheint uns sinnvol, da damit auch eine zusätzliche „grüne Lunge“ im Bezirk vorhanden wäre.

Ich hoffe Ihnen ausreichend geantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Berger
Klubobmann der Freiheitlichen Bezirksräte Favoriten

FPÖ Bürgerzentrum
1100 Wien, Quellenplatz 4/1
stefan.berger@fpoe-wien.at

Antworten zu unserem Mail an „die Politik“ – DI Roman Stiftner , Verkehrssprecher ÖVP Wien

Hier finden Sie zur Erinnerung den Link zum Mail:

Und hier die Antwort von DI Stiftner:

Sehr geehrter Herr Kumanovits!

Vielen Dank für Ihr Schreiben. Das Thema der Feinstaubbelastung in Wien ist uns seit Jahren ein Anliegen und wir haben daher auch immer wieder Entlastungsmaßnahmen verlangt. Die Stadtregierung hat bisher aber versucht, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Wie Sie richtig schreiben, kam die Wettersituation der letzten Jahre dieser Strategie noch dazu entgegen und damit hielt sich die Aufregung zu diesem Thema in Grenzen.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Stadt Wien verpflichtet bleibt, gegen die Feinstaubbelastung in der Luft Maßnahmen zu setzen. Mit der derzeitigen Umwelt- und Verkehrspolitik in dieser Stadt wird es nicht möglich sein, die von Ihnen zu recht geforderte Reduktion des Feinstaubgehaltes in Wien zu erreichen.

Selbstverständlich gilt dies speziell auch im Zusammenhang mit dem von Ihnen genannten Projekt auf dem Verteilerkreis. Allerdings muss man die von Ihnen berechtigter Weise als wichtig eingestufte Feinstaubbelastung in Wien in Ihrer Gesamtheit sehen. Wir werden uns daher bemühen, endlich in Wien eine Verkehrspolitik zu etablieren, die hilft den Feinstaub in dieser Stadt zu reduzieren. Es freut uns daher in Ihnen einen Mitstreiter in Sachen Feinstaubbekämpfung zu haben und wir stehen Ihnen daher in diesem Sinne jederzeit für Anfragen und Initiativen in diese Richtung zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

LAbg.GR DI Roman Stiftner

ÖVP-Verkehrssprecher Wien

Antworten zu unserem Mail an „die Politik“ – Ing. Thomas Kohl , Klubobmann ÖVP Favoriten

Hier finden Sie zur Erinnerung den Link zum Mail:

Und hier die Antwort von KO Kohl:

Sehr geehrter Herr Kumanovits,

vielen Dank für Ihr E-Mail. Danke auch, dass Sie sich weiter gegen die Verbauung des Alten Landgutes engagieren. Die 1.500 Unterschriften und die Einreichung der Petition waren ein wichtiger Auftakt. Der bevorstehende Wettbewerb, die Behandlung der Petition im Petitionsausschuss und die Ausarbeitung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans bieten aber noch einmal die Gelegenheit, die Problematik dieses Vorhabens aufzuzeigen.

Sie haben schon Recht, die Luftgüte ist in Favoriten vielfach ein Problem. Am Laaer Berg kann man dafür sicher nicht nur die Südost-Tangente verantwortlich machen. Eine ebenso maßgebende Rolle haben in der Vergangenheit mit Sicherheit auch die zahlreichen Bauprojekte in diesem Gebiet und der Iokale Individualverkehr gespielt.

Was die Bauprojekte anlangt, muss ich Ihnen leider sagen, dass mit einer baldigen Beruhigung nicht zu rechnen ist. In unmittelbarer Nähe fallen mir spontan die Preyerschen Höfe, Monte Laa, Viola Park und der Verteilerkreis (leider!) ein.

Bleibt der motorisierte Individualverkehr. Konkret stehen hier zwei Projekte zur Diskussion: Die SPÖ möchte in der Laaer-Berg-Straße statt dem Autobus eine Straßenbahnlinie errichten. Währenddessen sich die GRÜNEN in der Grenzackerstraße und Ludwig-von-Höhnelgasse ebenfalls eine neue Straßenbahnlinie wünschen. Dies könnte zwar eine Maßnahme zur Reduktion der Feinstaubelastung werden, wir sind allerdings skeptisch, da momentan nur mit plakativen Schlagworten herumgeworfen wird und Fakten noch nicht am Tisch liegen. Eine Befürchtung ist zum Beispiel, dass dann die Autos nur mehr im Stau stehen werden, weil eine Fahrspur in jede Richtung verloren gehen wird. Und auch das bedeutet wiederum ein Mehr an Feinstaub.

Die Maßnahme, die wirklich Sinn machen würde ist, zusätzlichen Zielverkehr zu vermeiden. Zusätzlicher Zielverkehr entsteht ausgerechnet durch die geplante Parkgarage am Verteilerkreis. Errichten wir diese Garage nicht, dann wird es auch diesen Verkehr nicht geben. Also ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der Feinstaubbelastung! Eine P&R-Anlage an dieser Örtlichkeit verfehlt zudem seine Wirkung. Park&Ride muss an der Stadtgrenze stattfinden und nicht in der Stadt! Wenn man so weit in die Stadt fährt, dann wird man nicht knapp vor dem Ziel auf die Öffis umsteigen.

Also von mir ein klares Nein zu diesen 1.000 Parkplätzen und ein klares Nein zu den Hochhäusern am Alten Landgut.

Herzliche Grüße
Thomas Kohl
Klubobmann der ÖVP Favoriten

Feinstaubbilanz 2014

Mail an die Bezirksvorstehung, die Klubobleute der im Bezirk vertretenen Parteien, Frau Stadträtin Vassilakou, den Vorsitzenden und dessen Stellverteter des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz mit der Bitte um Stellungnahme:

Positiv nahmen wir die Medienberichte die Feinstaubbilanz des Jahres 2014 betreffend auf, war doch die Belastung nahezu allerorts deutlich unter jener der Vorjahre.

Schon weniger positiv überrascht nahmen wir in weiterer Folge die Gründe für den Belastungsrückgang zur Kenntnis. Nein, es waren nicht die getroffenen politischen und legistischen Weichenstellungen, sondern der Rückgang basiert schlichtweg auf den „günstigen“ Wetterlagen des Jahres 2014.

Gar nicht mehr positiv allerdings empfanden wir die Detailergebnisse – spezielle jenes aus unserer unmittelbaren Wohnumgebung. Die Messwerte des Messpunktes am Laaerberg lagen über den gesetzlich erlaubten. In dieser Kategorie gab es österreichweit 2014 nur wenige andere.

Komplett Schluss mit Positiv war dann die Nachricht, dass es im letzten Dezennium am Messpunkt am Laaerberg laut Umweltbundesamt die Regel war, dass die gesetzlich erlaubten Feinstaubbelastungen nicht eingehalten wurden! Details entnehmen Sie bitte der Überschreitungsstatistik des Umweltbundesamtes,

Link: http://www.umweltbundesamt.at/ueberschreitungen

Die Planungsvorhaben am Verteilerkreis mit noch mehr Verkehrsbelastung hätten als Resultat, dass die Gesetzesübertretungen im Bereich der Luftqualität weiter prolongiert würden! Ein nicht nur indiskutabler, sondern auch ein ungesetzlicher Sachverhalt! Noch mehr Verkehr – noch mehr Feinstaub und weitere Dezennien mit Nichteinhaltungen der gesetzlich festgelegten Grenzen!

Die Frage an Sie: Was tun Sie als für unser Wohnumfeld verantwortlicher Politiker konkret, um die Atemluft unserer Kinder für diese weniger belastend zu machen und dafür, dass endlich die erlaubten Grenzwerte eingehalten werden. Wir ersuchen um Darlegung konkreter aktueller Maßnahmen, aber auch um zukünftig geplante. Wodurch wollen Sie vor dem Hintergrund der weiteren starken Verkehrszunahme durch die Verbauung des Verteilerkreises die Einhaltung der Luftgütekriterien in Zukunft gewährleisten, wenn die Einhaltung schon bisher nicht möglich war?!

Mit freundlichen Grüßen
Peter Kumanovits – Bürgerinitiative Verteilerkreis